Schweden

13.06.-03.07.2010

ca. 3.800 Km

 

Hier eine kleine Übersichtskarte:

Schweden 2010
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StepMap Schweden 2010

 

 

 

Unsere erste grössere Reise mit dem "Moppel". Drei Wochen haben wir Südschweden erkundet bei bestem Wetter.

 

 

Unser Ziel war Bengtsfors im Dalslandgbiet.

Nachdem wir den Bulli das erste Mal für eine längere Reise gepackt hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Norden. Der erste Zwischenstopp war auf einem Stellplatz bei Drage. Am nächsten Tag erreichten wir die Fähre Puttgarden-Rödby und eroberten uns einen weiteren Zwischenstopp auf einem dänischen Campingplatz in der Nähe von Fakse. Danach ging es dann weiter zur Fähre Helsingör-Hellsingborg.

Da waren wir nun...

Nach der langen Fahrerei erkundeten wir in Kullen eine beeindruckende Steilküste, die wir hier in Schweden so gar nicht erwartet hatten.

 

 

Wir kletterten ein wenig auf den Steinen herum und arbeiteten uns bis zur Silbergrotte vor. Das Wetter war fabelhaft. Zum Abend hin suchten wir uns eine Bleibe direkt am Meer und wurden auf dem Norvikkens Camping fündig. Dort fanden wir eine interessante Schrankenmethode vor... vor dem Verlassen des Campingplatzes musste der Fahrer "pusten"und sofern der Alkoholspiegel gleich Null war, ging die Schranke auf!

Die Abende wurden jetzt wieder länger... Midsommer!!!

 

 

Dann ging es weiter in Richtung Göteborg mit einem Zwischenstopp in Laholm, einem urigen kleinen Städtchen am Fluss. Nett zum "durchlaufen" und "eisschlecken". Auf unserem Weg eroberten wir dann noch die Festung in Varberg, um dann am Abend in Göteborg auf dem Lisebergsbyn Campingplatz zu landen.

 

 

Am darauffolgenden Tag hatten wir dann endlich die Möglichkeit, uns einen Kanadier auf dem Delsjön zu leihen... bei schönem, aber doch recht frischem Wetter versuchten wir uns im Paddelschlag. Landeten bei Sonnenschein an einem Rastplatz an und frühtückten in Ruhe. Eine schöne, ruhige Oase in der Nähe zu Göteborg.

 

 

Von dort aus ging es dann weiter in die Schären... Camping Stocken mit "zauberhafter blauer Stunde".

In Ellös haben wir eine Fähre gesucht, die es schon seit gut zehn Jahren nicht mehr gab... tja, das ergibt sich, wenn man in  veralteten Reiseführern stöbert. Somit hatten wir das besondere Vergnügen die Fjorde auszufahren nach Skaftälandet mit herrlich eng aneinander gewürfelten in den Hang gebauten kleinen Häuschen.

 

 

Dann gab es doch noch eine Fähre nach Lysekil mit kleiner Gammelstad, wo das Gefühl aufkam, dass aus der nächsten Tür "Michel aus Lönneberga" springen könnte. Weiter ging es über kleine Städtchen nach Hamburgsund, wo wir mit der Fähre nach Hamburgö übersetzten. Vom Aussichtspunkt hat man einen wunderschönen Blick über die Schärenlandschaft! Unser heutiger Trip endete auf dem Langesjöcamping.

Aufbruch in Richtung Bengtsfors bei Nieselregen. Unser erstes Anlaufziel waren die Grabfelder in Grebstad.

 

 

Da das Wetter heute nicht so nett war, vertrieben wir uns die Zeit im Museum. Hinter dem Museum führte uns ein Rundweg durch ein Dorf aus der Bronzezeit mit anschliessender Wanderung durch ein Waldgebiet, indem mehrere gut erhaltene Felszeichnungen zu besichtigen sind.

 

 

 Am späten Nachmittag erreichten wir dann unser Ziel, den Dalslandcampingplatz in Bengtsfors. Ein einfacher, schön gelegener Platz direkt am See... überall kleine Feuerstellen, die jeden Abend von uns genutzt wurden. Stockbrot und Pfannenpizza! Und das Ganze noch ohne Mücken... wir hatten da richtig Glück!

 

 

 

Die nächsten fünf Tage haben wir dann in Bengtfors verbracht. Das Wetter war für schwedische Verhältnisse super toll. Wenig Regen, viel Sonne und ein bisschen Wind. Da war dann auch sofort klar, dass wir uns ein Kanu leihen und ein wenig die Gegend von der Seenseite her erkunden.

 

 

In Bengtsfors gibt es auch eine Draisinenstrecke, auf der es zwischen Gustavfors und Bengtsfors (oneway 20 km ) recht flott zu gehen kann. Ein wenig hinderlich sind dann entgegenkommende Draisinen, da man dann gezwungen wird das Gefährt von den Schienen zu heben, um die andere Draisine vorbeizulassen. Man wird immer wieder mit einem Blick auf die Seen belohnt und am Abend weiss man auch was man getan hat.

 

 

 

Ein Besuch im Gammelgarden nahe des stillgelegten Bahnhofs war für den nächsten Tag eine erholsame Sache. Zu unserem Glück bekamen wir noch eine Führung auf Deutsch und liessen uns  alles genau erklären.

 

 

 

Da wir immer noch riesenviel Glück mit dem Wetter hatten, beschlossen wir am nächsten Tag eine Kanutour über mehrere Seen zu tätigen und machten uns auf den Weg zum Silverlake Camp und liehen uns eine Alukiste für einen Tag aus. Vom Västra Silen ging es in den Svartlang. Eine kleine Portage brachte uns ein wenig ausser Atem, nicht nur wegen des Gewichtes, sondern eher durch die riesen Mückenschwärme, die besonders mich angriffen und sofortige "Beulen" entstehen liessen! Ein mückenarmer Biwakplatz lud zum Verweilen ein, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

 

 

 

Midsommar!!!

Und wir wollten davor fliehen, vor den Menschenmassen, die sich zum Feiern ansammelten! Also, ging es weiter in Richtung Vänern, Vättern. Auf dem Weg dorthin sahen wir uns noch Felszeichnungen bei Högsbyn an, liefen einen kleinen Rundweg am See entlang, wo die Bronzezeit noch mal auflebte und fuhren dann weiter nach Haverud. Dort sieht man einen skurilen Verkehrsknotenpunkt, wo eine Eisenbahnbrücke mit einer Autobrücke und einem Kanal sich kreuzen. Ein Wunderwerk der Technik... mit 33000 Nieten verbaut!

 

 

 

Unser nächstes Etappenziel war das Schloss Lackö, wo nicht gerade wenig Menschen das Midsommerfest feierten, aber wir noch einen besonders schönen, steil gelegenen Platz für unser Womo bekamen. Selbst mit Unterlegkeilen wäre es nicht annähernd gerade geworden, aber so "mit Ohne"... lagen wir fast aufrecht im Bett! Auch eine neue Erfahrung, die uns nach unserem Schwedenurlaub veranlasste als erstes Unterlegkeile zu kaufen!

 

 

 

Am Tag nach dem Midsommarfest wurden wir doch glatt von der Polizei angehalten und der Fahrer musste "pusten"... natürlich null Promille, aber ich musste noch nie einen Alkholtest machen und es war schon komisch, dass nur Reisemobile herausgewunken wurden! Da fuhren wir doch erstmal ins nächste kleine Fischerdörfchen und gönnten uns zum Frühstück einen frisch wildgeräucherten Lachs!

In Karlborg besichtigten wir die Festung und fuhren weiter nach Linköping, wo wir den Tag auf einem Campingplatz ausklingen liessen.

Am nächsten Tag statteten wir der Gammlastad einen Besuch ab und verbrachten einige Stunden in der lebenden, alten Stadt und bestaunten das heitere Treiben. Hier gibt es auch eine Poststelle, von der aus man die Karten für zu Hause verschicken kann, einen alten Tante Emma Laden, viele Cafes und Ateliers, ein Schokoladengeschäft und reges Treiben auf dem Marktplatz mit Menschen in historisch-traditioneller Kleidung. Einfach mal hinsetzen und zuschauen.

 

Über kurvenreiche Strassen ging es an die Ostküste Schwedens. Wir genehmigten uns ein Bad bei strahlendem Sonnenschein in den Schären und liefen am Abend passend zum späten Sonnenuntergang in Oskarshamn ein.

 

 

 

Unsere Reise neigte sich so langsam dem Ende zu und wir wollten noch zwei Tage zum Erholen auf dem Naturcampingplatz auf der Halbinsel Getnö im Asnengebiet verbringen. Auch dort konnten wir uns wieder Kanus ausleihen und ein wenig auf den Seen herumgondeln.

 

 

 

 

Das Wetter lud zum Baden ein und auch hier gab es wieder Feuerstellen, an denen wir Pfannenpizza und Stockrot backen konnten.

 

 

 

Durch Zufall fanden wir auf unserer Heimreise noch den Autofriedhof in Ryd. Ein wirklich mystischer Platz, wenn das Wetter mitspielt und die Mücken sich in Grenzen halten. Ein Abenteuerspielplatz für die Kamera...

 

 

 

Zum Abschluss guckten wir uns noch Malmö an und düsten über die Öresundbrücke nach Hause.

 

Fazit:

 

Wir waren drei Wochen mit dem Kastenwagen unterwegs, haben auf Campingplätzen übernachtet und sind immer freundlich aufgenommen worden.

Südschweden ist unbeschreiblich schön, faszinierend sind die Schären, die unendlichen Seen, die weiten Wälder, die spätuntergehende Sonne im Juni, Elche, wenn man sie dann auch zu sehen bekommt und die Ruhe, die ansteckt!